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Die Ausstellung, die in Wien, Istanbul und Berlin gezeigt wird, versucht mit dem über die Thematik der Schau entstehenden Diskurs sich mit den lokalen Kontexten auseinander zu setzten. So bespielt die Präsentation in Wien zusätzlich zu den Räumlichkeiten von T-B A21 mit einer Plakatarbeit des Künstlerkollektivs Hafriyat den Außenraum in der Himmelpfortgasse und zeigt im KlausEngelhorn Depot in Ottakring eine Installation der Künstlerin Esra Ersen. Mit den Performances von Nasan Tur und Nevin Aladağ und neuen Arbeiten von Cevdet Erek, Ayşe Erkmen, Füsun Onur und xurban_collective entstehen weitere ort- und kontextspezifische Interventionen. Die geladenen KünstlerInnen beziehen sich in unterschiedlicher Weise in ihren Arbeiten auf den Begriff der Unsichtbarkeit: als Abwesenheit und Taktik des Rückzugs, der Verweigerung, Tarnung und Maskierung, als Symptom des Verschwindens und als Residuen des Geisterhaften, als ein Mittel der Fokussierung auf andere Sinneserfahrungen. In der Diskussion dieser künstlerischen Taktiken stehen die Potenziale des Nicht-Sichtbaren im Vordergrund sowie die Implikationen einer (freiwilligen oder symptomatischen) Ausgegrenztheit aus dem Regime des Sichtbaren. Dadurch reflektieren sie Fragen einer medial geregelten Bilderökonomie, in denen Sichtbarkeit als Mittel der Emanzipation ausgedient zu haben scheint und verweisen auf Erscheinungsformen eines attestierten „Einbruchs des Realen". Wie lässt sich Unsichtbarkeit als potentieller Raum verstehen, der es ermöglicht, außerhalb der Logik der Repräsentation zu handeln und damit Brüche und Zäsuren in einem vermeintlichen Sinnkontinuum zu erzeugen, in einer sich über Sichtbarkeit und Präsenz konstituierenden „Realität"? Die versuchsweise Suspension des herrschenden Bildregimes erlaubt, das Unsichtbare als eine ästhetische Strategie in den Blick zu nehmen und auf seine politischen Implikationen hin zu befragen. Esra Ersens installative Arbeit „I am Turkish, I am Honest, I am Diligent...", präsentiert im KlausEngelhorn Depot in Ottakring, umfasst 21 türkische Schuluniformen, die 2005 von 21 Linzer SchülerInnen über den Zeitraum von einer Woche getragen wurden. Deren Eindrücke und Erfahrungen in dem ungewohnten Gewand werden in einem Video reflektiert, das die Kinder in ihrem alltäglichen Umfeld in der Klasse und auf einem Ausflug zeigt. Im Rahmen von Soho in Ottakring (8. bis 22. Mai) ist ein Workshop mit der Künstlerin geplant. Eine hochinteressante Schau, die auf hohem Niveau die zeitgenössische türkische Kunstszene mit teilweise sehr faszinierenden Werken dem Abendland näherzubringen versucht. [pge]

©: Thyssen-Bornemisza Art Contemporary
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