
©: MAK |
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Die Ausstellung zeigt an Hand von ausgewählten und wunderschönen Beispielen, die bis auf eines alle aus der asiatischen Sammlung des MAKs stammen, die Vielfalt und die Entwicklung des Kunsthandwerks zur Zeit der Ming-Dynastie (1368–1644). Ausserdem erhählt man einen guten Überblick über die vielen verschiedenen kunsthandwerklichen Werkformen: von Jade über Porzellan und Bronzen bis zu Email und vielen anderen.     |
von: 21.Apr 10
bis: 3.Oct 10
Museum für angewandte KunstStubenring 5 1010 Wien, AT Tel: +43 1 712 80 00 Fax: +43 1 713 10 26 Email: office@MAK.athttp://www.mak.at/Öffnungszeiten: Mi–So 10 – 18 Uhr
Mo geschlossen
Di (MAK NITE©) 10 - 24 Uhr
geöffnet: Oster- und
Pfingstmontag, 1. Mai,
8., 24. & 31.Dez: 10–15 Uhr
geschlossen: 25. Dez, 1. Jän
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Im China des 14. bis 17. Jahrhunderts wurden in Politik, Handel und Kunstbetrieb Veränderungen vorangetrieben, die sich unter anderem an den erhaltenen Werken ablesen lassen. Das Kaiserreich begann am Welthandel teilzunehmen, erlebte jedoch innenpolitisch unruhige Zeiten. Eine der großen Neuerungen war die Freigabe von Produktion und Handel sowie deren Organisation in Familien- und Ortsbetrieben. Die im Spannungsfeld von kleinen Handwerksbetrieben sowie Künstlerwerkstätten und konkurrierenden Manufakturen entstandenen qualitätvollen Werke – Malereien, Skulpturen, Plastiken, Lacke, Bronzen und auch frühe Porzellane – geben Einblick in diese „chinesische Neuzeit“. So entstanden in kaiserlichen Manufakturen und Akademien Objekte mit hohem künstlerischem Anspruch, während in einer großen Anzahl von zugelassenen privaten Werkstätten weniger edel gestaltet und ausgeführt wurde. Die repräsentative Hofkunst bediente sich einer auf Detailfreudigkeit beruhenden Kunstsprache, während die meisten privaten Studios und Werkstätten, die auch in Nachbarländer exportierten, einen offeneren Stil pflegten, bei dem das Erfassen der Idee im Vordergrund zu stehen schien. In der Schau werden zum Beispiel Schnitzlacke feinster Qualität gezeigt, die mit großer Wahrscheinlichkeit aus kaiserlichen Manufakturen stammen. Dabei wurden in langwierigen Arbeitsschritten zahlreiche Lackschichten übereinander aufgetragen, in die im folgenden Arbeitsdurchgang plastischer Dekor eingeschnitzt wurde. Besonders hervorzuheben ist eine Schale in der sogenannten Guri-Lacktechnik: Die verschiedenfarbigen Lackschichten bewirken, gemeinsam mit dem eingekerbten ornamentalen Dekor, einen besonderen Effekt. Auch zwei feuervergoldete Bronzefiguren, die durch Inschriften als kaiserliche Stiftungen aus dem Jahre 1641 ausgewiesen werden, stammen aus privilegierten Gießereien. Porzellane wurden in den kaiserlichen Manufakturen von Jingdezhen für den Herrscherhof, aber auch für den Export an orientalische und europäische Fürstenhöfe hergestellt, wie einige Gefäße aus habsburgischen Sammlungen in der Ausstellung belegen. Weitaus mehr Gebrauchskeramiken wurden jedoch in kleineren und exportorientierten Manufakturen erzeugt, die sich im Süden, in der Nähe von Chinas Exporthafen Canton, ansiedelten. Unter den in der MAK-Sammlung vertretenen Beispielen ist vor allem eine Gruppe von Porzellanen aus Zhangzhou zu erwähnen (sogenannte Swatow-Ware), bei der der „offene Stil“ zum besonderen Merkmal wurde. Ein weiterer Teil der Ausstellung ist der figürlichen Plastik gewidmet, die an die Tradition der Song-Zeit (960–1279) anzuschließen versucht. Es sind vor allem figurale Darstellungen aus den Lehren des Konfuzianismus, Daoismus und Buddhismus. Hervorzuheben ist die komplette Figurengruppe der „Acht Unsterblichen“, die das Bild des volkstümlichen Daoismus auf eindringliche Art vermittelt. Die repräsentative Malerei – während der Ausstellung werden verschiedene Rollbilder abwechselnd gezeigt – setzt Themen vorangegangener Epochen fort, erstarrt jedoch gegen Ende der Ming-Zeit im Schematischen. Gesellschaftliche Reformen, die zu Beginn der Ming-Dynastie eingeleitet worden waren, führten unter den letzten Herrschern zu Unruhen und Volksaufständen, viele Produktionsstätten wurden zerstört, Kunst und Kunstgewerbe erlebten einen Tiefpunkt in ihrer Entwicklung. Es bedurfte großer Anstrengungen, bis unter dem Qing-Kaiser Kangxi (Regierungszeit 1661–1722) Kunst und Wirtschaft wieder eine Blütezeit erlebten. [pge]

©: MAK/Georg Mayer, 2010
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